Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kruft

Die freiwillige Feuerwehr Kruft hat ihren Ursprung in einer Abwehrgemeinschaft gegen Brandkatastrophen, die bereits um die Jahrhundertwende gegründet wurde. Die männlichen Einwohner wurden zum Branddienst für eine bestimmte Zeit verpflichtet.
Der genaue Zeitpunkt der Gründung der Pflichtfeuerwehr kann wegen fehlender Unterlagen nicht mehr festgestellt werden.
Aus dieser Pflichtfeuerwehr entwickelte sich die Freiwillige Feuerwehr.
Im Jahre 1906 entschlossen sich die Männer nach Ablauf ihrer Verpflichtung zum freiwilligen Dienst in der Wehr. Der erste Brandmeister war Johann Doll, sein Stellvertreter Nikolaus Roos. Während des Krieges reduzierte sich die Zahl der Mitglieder auf wenige Männer. Nach dem Krieg ergriff der inzwischen zum Brandmeister ernannte Nikolaus Roos die Initiative und baute die Wehr wieder auf. Johann Doll war inzwischen Amtsbrandmeister geworden.
1926 zählte die Wehr 35 aktive Mitglieder. Im Jahre 1928 wird berichtet, daß die Wehr mit Gasmasken ausgerüstet wurde. Seit diesem Jahr wird auch der Martinszug in Kruft von der Feuerwehr begleitet.
Am 4. und 5. Juli 1931 fand das Kreisverbandsfeuerwehrfest in Kruft statt. Anlass dafür war das 25-jährige Bestehen. 1933 erfolgte die Umbenennung der Feuerwehr in Feuerlöschpolizei. Die Wehr wurde in den Jahren 1934/1935 vorübergehend von den Kameraden Keller und Schmitz geleitet. 1938 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze, welche durch Spenden finanziert wurde. Der Gründer der Wehr Johann Doll ist hier an erster Stelle zu nennen. Alois Wilkes übernahm 1939 die Führung der Wehr. Nikolaus Roos war inzwischen Amtsbrandmeister geworden. Der Krieg forderte auch in Kruft seine Opfer. Insgesamt 26 Frauen sicherten den Brandschutz in Kruft. Kasper Schmitz, der spätere Bürgermeister und Amtsbrandinspekteur war hier Truppführer.
Richtig aktiv wurde die Wehr erst wieder 1947. Es wurden wieder Übungen mit den noch vorhandenen Geräten abgehalten.
1954 konnte man ein neues Feuerwehrgerätehaus in Besitz nehmen. Dies waren zwei Garagen und ein kleiner Mannschaftsraum. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens wurde 1956 das Amtsfeuerwehrfest in Kruft durchgeführt.
Die Motorisierung hielt 1959 Einzug. Ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) Ford Transit konnte in Dienst gestellt werden. 1962 kam noch eine AL 12 (Anhängeleiter mit einer Rettungshöhe von 12 Meter)
sowie ein Schlauchhänger für das TSF hinzu. Eine durch Spenden finanzierte Fahne wurde ebenfalls im gleichen Jahr der Feuerwehr übergeben.

1966 war wieder ein großes Jahr für die Wehr. Das Kreisfeuerwehrfest wurde in Kruft durchgeführt. Karl-Josef Weiler wurde 1968 mit der Führung der Wehr betraut. Alois Wilkes wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt. Ebenfalls konnte 1968 ein Löschgruppenfahrzeug 8 mit Allradantrieb in den Dienst gestellt werden.
Am 8.5.1971 übernahm man ein neues Feuerwehrhaus. Drei Fahrzeugboxen mit großem Mannschaftsraum und Toilettenanlagen wurden stolzer Besitz der Wehr. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung legte Wehrführer Weiler aus familiären Gründen das Amt des Wehrführers nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Walter Schlaus gewählt. Stellvertretender Wehrführer wurde Walter Derks.
Ein großer Tag war wieder am 20.10.1973. Das erste Wasserführende Fahrzeug konnte übernommen werden. Es war ein HLF 16 (Hilfeleistungslöschfahrzeug) mit einem 1600 Liter fassenden Löschwassertank sowie mit Geräten zur Technischen Hilfeleistung. Eine besondere Aufgabe wurde der Krufter Wehr 1975 mit der Betreuung eines Teilstückes der A 61 übertragen. Ebenfalls wurde im selben Jahr ein neues TSF als Ersatz für das alte an die Feuerwehr übergeben. Gleichzeitig erfolgte die Ausstattung mit den neuen blauen Uniformen. Diese waren Abschiedsgeschenke der Ortsgemeinde Kruft an die Feuerwehr, da die Aufgaben der Wehr auf die Verbandsgemeinde übertragen wurden. Die erste Anschaffung der Verbandsgemeinde war 1976 eine hydraulische Rettungsschere. Zwei Jahre später wurde die stille Alarmierung über FME (Funkmeldeempfänger)eingeführt.
Den 75. Geburtstag feierte die Wehr 1981, was auch Anlass zur Ausrichtung des Verbandsgemeindefeuerwehrfestes war. Ein MEF-S  (Meßtruppfahrzeug-Strahlenschutz, welches von der RWE finanziert wurde, konnte 1987 in Betrieb genommen werden. 1988 wurde ein neues LF 8 (Löschgruppenfahrzeug 8) mit Allradantrieb vom damaligen Bürgermeister Paul-Werner Kohns der Feuerwehr übergeben. Auf dem alten LF 8 wurde die vorhandene Ölausrüstung verlastet. Walter Schlaus stellte aus beruflichen Gründen nach 17-jähriger Tätigkeit sein Amt als Wehrführer zur Verfügung. Walter Derks wurde, nachdem er auch 17 Jahre Stellvertreter war, Nachfolger im Amt des Wehrführers. Stellvertretender Wehrführer wurde Markus Göddertz. Der neue Wehrführer konnte im gleichen Jahr auf dem Flugplatz Mendig ein gebrauchtes TLF 24/38 (Tanklöschfahrzeug) mit einer Pumpenleistung von 2400 l/min. und 3800 Liter Löschwasser von der Bundeswehr übernehmen. 1992 wurden neue Sektionaltore am Feuerwehrhaus eingebaut. Da die Aufgaben der Wehr immer vielfältiger wurden, konnte 1993 ein neues MZF (Mehrzweckfahrzeug) mit hydraulischer Ladebordwand übernommen werden. Das TSF aus dem Jahre 1975 wurde dafür ausgemustert. Ebenfalls wurde von der Bundeswehr ein gebrauchter Kastenwagen übernommen. In Eigenarbeit wurde dieses Fahrzeug zu einem GW-G (Gerätewagen-Gefahrgut) umgebaut.
Die Gründung der Jugendfeuerwehr erfolgte 1993. Im gleichen Jahr wurden erstmals Frauen aktiv in den Wehrdienst aufgenommen. Als Ersatz Für das HLF 16 aus dem Jahre 1973 konnte im November 1996 ein neues LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug) mit 1600 Liter Löschwasser offiziell in den Dienst gestellt werden.
Auf 90 Jahre konnte die Feuerwehr 1996 zurückblicken. Mit einem Festakt wurde dies gebührend gefeiert.
2001 musste Walter Derks sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen und wurde zum Ehrenwehrführer ernannt. Als Wehrführer fungiert seit dem Markus Göddertz, sein Stellvertreter ist Frank Busenkell.
Ebenfalls im Jahr 2001 wurde das in die Jahre gekommene TLF 24/38 (Baujahr 1963) außer Dienst gestellt und dafür ein neues TLF 16/45 Typ Brandenburg mit 4500 Liter Löschwasser angeschafft.
Der von der Bundeswehr (Baujahr 1975) übernommene und zum Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) umgebaute Kastenwagen wurde inzwischen erneuert. Am 24.10.2004 konnte ein 2 Jahre altes, in Eigenarbeit umgebautes Fahrzeug, an Wehrführer Markus Göddertz übergeben werden. Weiterhin wurde von der Verbandsgemeinde Pellenz eine neue Anhängeleiter mit einer Rettungshöhe von 16 Meter (AL 16/4). Mit der Auslieferung wird im November/Dezember 2004 zu rechnen.
Im Jahre 2006 kann die FF Kruft auf 100 Jahre zurückblicken. Die Vorbereitungen für dieses Jubiläum haben bereits begonnen.


Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Kruft seit der Gründung:

Johann Doll: 1906-1920
Nikolaus Roos: 1920-1934
Peter Keller: 1934
Johann Schmitz: 1934-1935
Nikolaus Roos: 1935-1940
Alois Wilkes: 1940-1968
Karl-Josef Weiler: 1968-1971
Walter Schlaus: 1971-1989
Walter Derks: 1989-2001
Markus Göddertz: 2001-2005
Frank Busenkell: 2005-bis heute


Ihre Feuerwehr Kruft